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Konrad Zuse - Ein PC-Pionier

Konrad Zuse

Der Hoyerswerdaer Ehrenbürger Konrad Zuse wäre derzeit 95 Jahre alt geworden. Der vor zehn Jahren verstorbene Computererfinder bekam 1995 die Hoyerswerdaer Ehrenbürgerschaft verliehen. Nach ihm ist auch das Computermuseum der Stadt benannt. [...]

Konrad Zuse, geboren am 22. Juni 1910 in Berlin, verbrachte seine Kindheit in Brausberg/Ostpreußen, ehe sein Vater als Oberpostmeister nach Hoyerswerda versetzt wurde. In dieser "kleinen verträumten Stadt in der Lausitz", wie Zuse Hoyerswerda in seinen Memoiren charakterisiert, legte er sein Abitur ab. Früh zeigte der Schüler zeichnerische Begabung und Freude an bildender Kunst. Ebenso eifrig verfolgte er die Entwicklung der Technik. Die Tagebaugroßgeräte hatten es ihm angetan. Ihre Faszination entschied darüber, dass er das Bauingenieurstudium in Berlin aufnahm. Das Malen und Zeichnen begleitete den Techniker Zuse sein Leben lang. Kunst war sein zweites Wesen, belebte seine Phantasie, ließ ihn in aller Stille Ideen prüfen.

Während des Studiums langweilten ihn schematische Rechenvorgänge, besonders in der Statik. Dies brachte ihn auf die Idee, dafür einen Rechenautomaten zu erfinden. Fachleute rieten dem Studenten davon ab, da bekannte Maschinen für diese Aufgabe nicht mehr zu verbessern wären. Dennoch machte Zuse mit Freunden weiter und konnte 1941 den ersten Rechenautomaten funktionstüchtig vorstellen. Nahezu gleichzeitig hatte Howard H. Aiken in den USA ein ähnliches Gerät gebaut, was durch den Weltkrieg zunächst nicht bekannt geworden war - bis in den 60er Jahren die Erfindung Konrad Zuse zuerkannt wurde. Der Computer hatte seinen Siegeszug um die Welt begonnen.

Zuse starb am 18. Dezember 1995 in Hünfeld bei Fulda.

Lausitzer Rundschau, Juni 2005